Oh du schreckliches Fotochaos!

366 Fotos sind das Problem. Fotos mit Erinnerungen an einen warmen, sonnigen Sommerurlaub, Wanderungen in Graubünden und der Innerschweiz und so manches Schmunzelerlebnis mit den Kindern: Das Choas im Badezimmer nach der grossen Puppenkleider-Waschaktion, die Feigenernte im Garten, der letzte Badibesuch der Saison bei gefühlten zehn Grad. Genau diese mir lieben Fotos lassen sich partout nicht auf den Computer übertragen.

 

In der Not greife ich zum Telefon und vereinbare einen Termin beim Computerdoktor. Es ist sowieso an der Zeit, dass ein Profi die verschiedenen Einstellungen zu und weg und überhaupt zur Fotocloud überprüft. Da sitze ich nun seit bald zwei Stunden beim Computerdoktor und lasse die Krankheit behandeln. Die Wunde ist gross, denn ich habe nach den letzten Computerupdates die kritischen Meldungen des Systems jeweils leichtsinnig weggeklickt. Nun ist das Chaos perfekt. Der geduldige Computerdoktor versucht über alle Wege und Umwege, das Problem zu lösen und die Bilder in der Fotoablage abzuspeichern. Aber das dauert. Meine Geduld für Probleme dieser Art wird auf die Probe gestellt. Wie wünsche ich mich zurück in das analoge Fotozeitalter. Das Durcheinander in der Fotobox meiner Jugend war gross, aber um ein zig-faches kleiner als das aktuelle Chaos in der Fotoablage. Wieso die widerspenstigen Fotos sich weigern, sich zu den anderen Gigabites zu gesellen wissen die IT-Götter. Ich bin überfordert und wie mir scheint, kommt selbst mein Computerdoktor an seine Grenzen. Er bietet mir den zweiten Kaffee an. Ich wage es nicht, diesen anzunehmen. Denn nur schon der Gedanke an die Rechnung treibt meinen Blutdruck in die Höhe. 

 

Nach über zwei Stunden ist es geschafft. Die Fotos sind auf dem Computer und auch alle Einstellungen sind nun so, wie sie für einen reibungslosen Einsatz benötigt werden. Ich habe mich gegen die Cloud und für einen manuellen Abgleich entschieden. Meine Fotodaten bändige ich wieder selber und lassen sie nicht mehr wie eine wild gewordene Gnuhherde meine Endgeräte jagen. Vielleicht die etwas kompliziertere Lösung, aber wie mir scheint die verantwortungsvollere.

 

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